Die Geschichte

Die Stadt Valencia hat die Spuren der verschiedenen Kulturen, die die Geschichte der Stadt geprägt und ihr ein kulturelles Erbe hinterlassen haben, erhalten. Gegründet von den Römern im zweiten Jahrhundert v. Chr., wurde sie sodann von den Westgoten und später von den Arabern besetzt. Diese verwandelten die Stadt in ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum von großer Bedeutung. Das arabische Erbe bleibt weiterhin in der Landwirtschaft und in der traditionellen Kunst, vor allem in den Bewässerungsanlagen und im Anbau von Reis und Orangen bestehen.

Die Reconquista von Valencia begann durch Rodrigo Diaz de Vivar, besser bekannt als El Cid Campeador. Ein tüchtiger Ritter, der am Hof von Kastilien aufgewachsen ist und infolge der Beschuldigung des Verrats und der von dem neuen König Alfonso angeordneten Verbannung mehrere Jahre für christliche und muslimische Monarchen kämpfte. Im Jahre 1092 belagerte er die Stadt Valencia, die er 1094 eroberte. Da er den König noch treu war, übergab er Alfonso die Stadt, der ihn als Gouverneur ernannte. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tod im Jahre 1099 inne. Seine Frau Jimena regierte weiterhin die Stadt, wurde aber im Jahre 1102 dazu gezwungen, diese den Arabern zu überlassen.

Die endgültige Befreiung Valencias aus der arabischen Besatzung wurde im Jahre 1238 von König Jakob I von Aragon vollbracht. Dieser König gründete das Königreich von Valencia und verband es mit der Krone von Aragon. Dies war eine Zeit großer Veränderungen im Stil des Stadtbaus: neue christliche Kirchen entstanden in jener Zeit und die gotische Architektur verbreitete sich. Die XV. und XVI. Jahrhunderte waren von einem wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Wiederaufblühen geprägt. Valencia verwandelte sich in eine der mächtigsten Städte des Mittelmeeres. In diesen Jahrhunderten entstanden die wichtigsten Denkmäler der Stadt, wie die Türme von Serrano, die Lonja (alter Markt) oder der Miguelete (der Glockenturm der Kathedrale). Nach dem Erbfolgekrieg und dem Sieg der bourbonischen Dynastie in der Schlacht von Almansa, wurden die alten Gesetze der Stadt aufgehoben.

Das XVII. Jahrhundert war ein politisch angespanntes Jahrhundert, aber auch das Jahrhundert der großen Blüte des Barocks. Während des XVIII. Jahrhunderts nahm Valencia an dem kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung des Landes teil. Im XIX. Jahrhundert war der Mittelstand der sozial bevorzugteste Stand, welcher den König unterstützte und vom Anstieg der Exporte in andere Länder profitierte.

Am Anfang des XX Jahrhunderts, entwickelten sich rasch Metallindustrien, Textilfabriken und Kraftwerke. Während des Bürgerkriegs war Valencia für eine gewisse Zeit Hauptstadt der republikanischen Regierung. Im Jahre 1957 erlitt die Stadt schwere Schäden durch die Überschwemmung des Turia, des Flusses, der durch die Stadt fließt. Man beschloss deshalb, den Flusslauf aus der Stadt hinaus zu lenken und das alte Flussbett in einen Park umzuwandeln. Mit der Wiederkehr der Monarchie, hat die Comunidad Valenciana Autonomie und damit die Möglichkeit erhalten, eine eigene Satzung zu schaffen.

Heute ist Valencia eine Stadt, die sich sehr schnell verändert durch die Entwicklung von großen architektonischen Werken und dem Entstehen von neuen touristischen Perspektiven. Offen am Meer gelegen, ist sie eine Stadt, die ihr reiches historisches Erbe pflegt, aber mehr denn je auf die Zukunft gerichtet ist.